Fernglas online kaufen – Auf was kommt es an?

Wer ein Fernglas kaufen möchte, steht oft vor der großen Frage, welches denn das Richtige ist. Die Auswahl ist schier grenzenlos, was es nicht unbedingt leichter macht, sich für das passende Fernglas zu entscheiden. Die Preise sind genauso unterschiedlich wie die Ferngläser selbst. Es gibt schon welche unter 50 Euro, genauso wie Modelle von ein paar Tausend Euro. Wer sich mit dem Fernglaskauf beschäftigt, wird über früh oder lang über verschiedene Fachbegriffe stolpern. Das trägt oft nicht zur Klarheit bei, im Gegenteil, es sorgt in vielen Fällen für eine immer größere Verwirrung.

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Auswahlkriterien bei Ferngläsern

Es gibt verschiedene Punkte die als Qualitätsmerkmal dienen können. Das sind

  • Gewicht
  • Vergrößerung
  • Sehfeld
  • Austrittspupille
  • Glas

Gewicht

Viele der Ferngläser unterscheiden sich in der Optik kaum. Ihre Unterschiede in Leistung und Anwendung können dagegen ganz enorm sein. Zuerst sollte festgelegt werden, für welchen Zweck das Fernglas sein soll. Ist es für Kinder gedacht oder für den professionellen Einsatz? Ein guter Anhaltspunkt kann das Gewicht sein. Hier gilt es ebenfalls auf den Einsatz zu achten. Sehr leichte Ferngläser, die unter dem Namen Pocket Ferngläser bekannt sind, wiegen bis ca. 200 Gramm. Ferngläser, die ihr Einsatzgebiet in der Astronomie habe, wiegen oftmals mehr als zwei Kilogramm. Wer mit dem Fernglas wandern gehen möchte, sollte das Gewicht besonders im Auge haben. Das Tragen müssen ist das eine, da bietet sich ein eher leichtes Gewicht an. Um es ruhiger zu halten und ein besseres Bild zu haben, ist ein schweres Fernglas allerdings die bessere Wahl. Durch Haltebewegungen kann es zu Schwingungen kommen, die von der höheren Masse eines schwereren Fernglases weniger übertragen werden. Ein normales Fernglas mit einem Gewicht zwischen 700 Gramm und einem Kilogramm ist ein handliches und zugleich stabiles Fernglas, das gut in der Hand liegt und sich gut halten lässt.

Vergrößerung

Die Vergrößerung ist natürlich ein entscheidender Punkt beim Kauf. Vergrößerung und Objektivdurchmesser sind schließlich dafür verantwortlich, wieviel mit dem Fernglas gesehen wird. Die erste Kennzahl in der Modellbezeichnung gibt immer die Vergrößerung an, wie beispielsweise 7 x 42. Mit der zweiten Kennzahl wird der Objektivdurchmesser in Millimetern angegeben z.B. 10 x 50 oder 8 x 30. Mit der Vergrößerung wird beschrieben, um wieviel das Objekt größer erscheint als mit dem bloßen Auge betrachtet. Ist die Vergrößerung 10-fach, erscheint das betrachtete Objekt 10-mal näher als es tatsächlich ist. Siebenfach, achtfach oder zehnfach sind beliebte Vergrößerungen. Auf die Vergrößerung alleine kommt es aber nicht an.

Sehfeld

Sehfeld= Okularsehfeld / Vergrößerung. Auf diese Weise wird das Sehfeld berechnet. Die Angabe erfolgt dabei in Meter bzw. Gradwinkel. Um die Werte umzurechnen ist es wichtig zu wissen, dass ein Grad ca. 17,5 Meter sind. Mit dem Sehfeld wird der überschaubare Ausschnitt bezeichnet, der üblicherweise in einem Abstand von 1000 m gemessen wird. Hat das Fernglas zum Beispiel ein Sehfeld von 87/1000 m, dann heißt das, dass ein 87 m breites Gelände in 1000 m Entfernung überblickt werden kann. Umso größer das Sehfeld ist, umso besser lassen sich Objekte erfassen, die sich schnell bewegen. Z. B. Vögel die vorbei fliegen oder bei einem Fußballspiel. Ebenso können auf diese Weise große Gebiete überblickt werden. Hat das Sehfeld über 120 m wird es als Großfeld bezeichnet. Weitwinkel-Ferngläser haben Sehfelder, die größer als 150 m sind. Ist das Sehfeld zu klein, entsteht ein Tunneleffekt. Brillenträger sollten darauf achten, dass sie mit Brille mindestens achtzig Prozent des Sehfeldes überblicken können.

Austrittspupille

Der Durchmesser des Lichtbündels bezeichnet die Austrittspupille. Das Lichtbündelt tritt aus dem Okular des Fernglases aus und trifft auf die Pupille des Auges. Die Austrittspupille wird mit Objektivdurchmesser / Vergrößerung berechnet. Umso heller sie ist, umso heller erscheint auch die Abbildung. Der Faktor ist maßgeblich für die Dämmerungsleistung bei einem Fernglas.

Das eigene Auge und Alter sind für die Größe der Austrittspupille entscheidend. Das menschliche Auge kann die Austrittspupille mit einem Wert zwischen 2 und 7mm nutzen. Der Durchmesser der Pupillen kann bei jungen Menschen bis zu 7mm erreichen. Ältere Menschen mit über 50 Jahren erreichen oftmals nur noch 5 mm. Kann nicht die volle Austrittspupille genutzt werden, könnte ein Fernglas mit kleinerer Austrittspupille die bessere Wahl sein. Damit wird das Fernglas auch wieder leichter. Vier Millimeter reichen im Allgemeinen aus, bei schlechten Lichtbedingungen sind sechs Millimeter ideal.

Glas

Das verwendete Glas hat natürlich eine zentrale Bedeutung. In Ferngläsern mittlerer Größe muss das Licht durch bis zu 12 cm dickes Glas. Daher ist die Glasqualität und Verarbeitung wichtig. Am häufigsten verwendet werden Bor-Kronglas (Bk-7) sowie Barium –Kronglas (BaK-4). Mit BaK-4 Gläsern sind die Bilder heller, farbtreuer und detailreicher als mit Bk-7 Gläsern. Ein perfektes Glas für alle Anwendungen gibt es allerdings nicht. Jedes Glas hat Vorteile oder auch Nachteile. Die Fernglas-Hersteller sind bemüht für die jeweilige Anwendung ein Optimum in dem Gebiet zu gewährleiten.

Die Kratzfestigkeit der Gläser ist auch ein Merkmal für ein gutes Fernglas. Nur so können auch nach Jahren der Nutzung die Abbilder erstklassig sein. Der sogenannte Lotuseffekt ist recht hilfreich, da er Regen einfach am Glas abperlen lässt und damit auch gleich Schmutzpartikel abwäscht, die sich auf der Glasoberfläche befinden.

Die aufwendige Vergütung der Gläser darf in dem Zusammenhand nicht vergessen werden. Nur so lassen sich störende Reflexe reduzieren, während gleichzeitig die Lichttransmission maximiert wird. In diesem Punkt unterscheiden sich wirklich gute vom billigen Fernglas. Sind Fernglaslinsen unvergütet, ist der Durchlass vom Licht bei nur bis zu 60 %. Sind die Linsen beispielsweise voll-mehrfach-vergütet, kann eine 95 % Steigerung erreicht werden.

Fernglas Bauformen

Zwei Bauformen werden jedem Käufer begegnen, Porro-Ferngläser bzw. Dachkant-Ferngläser. Die Prismensysteme machen hier den Unterschied aus. Das verwendete System gibt dabei dem jeweiligen Fernglas auch den Namen. Der Strahlengang verläuft beim Dachkant-Fernglas in der Form von einem spitzen Hausdach. Bei Porroprismengläsern ist er rechteckig.

Dachkantgläser haben eine kompaktere Bauweise, daher sind sie sehr beliebt. Porroprismengläser haben den Vorteil eines sehr realen und plastischen Bildeindrucks. Zudem sind sie sehr robust, wodurch sie von vielen Käufern vorgezogen werden.